Stadtbrand
Am 3. August 1572 kam es erneut zur Katastrophe, als in der Bautzner Gasse 22, Nachmittag zwischen 2 und 3 Uhr, durch Unachtsamkeit der Frau des Böttchers Jakob Lehmann ein verheerender Brand ausbrach. Trotz eines Verbotes wurde zu ungewöhnlicher Zeit und an heimlichen und verborgenen Winkeln ihres Hauses Branntwein aus Getreide gebrannt. 222 Häuser innerhalb der Stadt und 13 Häuser in den Vorstädten werden in Schutt und Asche gelegt. Vier Personen kommen ums Leben. Wie durch ein Wunder bleiben die Stadt- und die Klosterkirche, die Ratsschule, zehn Häuser am Bautzner Tor, das Rathaus und das Stadthaus derer von Ponikau verschont.
Angeblich will die Legende wissen, dass dieser Brand im Keim hätte erstickt werden können, wenn die Bürger aufgrund des vorangegangenen Jahrmarkts nicht zu betrunken gewesen wären und sich kaum auf den Leitern halten konnten um zu löschen.
Spenden aus ganz Deutschland milderten das Leid ein wenig. Der Wiederaufbau der Stadt erfolgte im Renaissance-Stil, wovon heute noch einige Zeugnisse erhalten sind, wie das Portal des Hauses Kurze Straße 6.
Quelle
Städtische Sammlungen Kamenz Stadtgeschichte im Malzhaus