Sächsischer Landtag in Kamenz
Für Juli 1621 berief der Sächsischen Kurfürst Johann Georg I. einen Landtag nach Kamenz. Erstmals nahmen die Oberlausitzer Stände daran teil, da sich die Oberlausitz nunmehr unter sächsischer Pfandherrschaft befand.
Man zog dem Kurfürsten entgegen, überreichte ihm die Stadtschlüssel und geleitete ihn unter dem Geläut der Glocken in die Stadt. Der Landtag begann am 13. Juli mit einem Gottesdienst in der Hauptkirche St. Marien. Danach traf man sich im Rathaus, wo die oberlausitzer Stände mit einem Eidspruch den Pfandherrn huldigten. Am 14. Juli 1621 gab es ein großes Gastmahl im Rathaus. Teilnehmen durften der Landeshauptmann, 23 Vertreter der Stände und die Ratsmitglieder der Stadt Kamenz. angeführt von ihrem Bürgermeister Michael Abicht. An fünf Tischen wurden in zwei Gängen 30 Speisen aufgetischt, musikalisch umrahmt durch Freiberger Bergleute.
Kurfürst Johann Georg I. blieb für sechs Tage in der Stadt und übernachtete im "Goldenen Hirsch".
Quelle
Städtische Sammlungen Kamenz Stadtgeschichte im Malzhaus
Der Gasthof zum Goldenen Hirsch und was er erlebte. Kamenzer Heimatbuch, Heft 1, 1924