Caspar Dulich
Am 8. Juli 1655 wurde Caspar Dulich auf dem Kamenzer Marktplatz hingerichtet. Der streitsüchtige frühere wendische Diakon, der seine Frau und viele Kamenzer drangsaliert hatte, war dafür im Roten Turm eingesperrt worden. Dort passierten unerklärliche Dinge und Dulich behauptete, mit dem Teufel im Bunde zu stehen. Trotz Widerrufs verhängte der Leipziger Schöffenstuhl wegen "Teufelsbündelei" das Todesurteil über ihn.
Dulich war 1617 in Mückenberg geboren worden. Mitten in den Wirren des 30jährigen Krieges studierte er ab seinem 20. Lebensjahr 1637/1638 in Wittenberg und 1639/1640 in Leipzig Philosoph und Theologie und erlangte in Wittenberg die Magisterwürde. 1641 war er nach Kamenz gekommen. Im Februar 1642 übernahm er das Amt des wendischen Diakons. Er verheiratete sich mit der Tochter des Ratsherrn Heinrich Seyfert. Bereits im November 1642 wird er vom Rat von seinem Amt enthoben und entlassen.
Quelle
Buch der Stadt Kamenz 1929
Festschrift zur Feier des 25jährigen Amtsjubiläums des Bürgermeisters der Stadt Kamenz, Herrn Dr. Julius Oswin Feig, Rittel pp; 1. Mai 1911, S.39 ff.