Katechismuskirche
Die ehemalige Wehrkirche nahe der Hauptkirche St. Marien war stark verfallen. In den Unterlagen der damaligen Zeit wurde sie als "wüst liegend(e)" Kapelle bezeichnet. Spätestens seit 1565 nicht mehr für Gottesdienste genutzt, diente sie Anfang des 18. Jahrhunderts als Kornlager.
Bereits 1683 hatte Kurfürst Johann Georg III. eine Anordnung zur besseren Unterweisung der Jugend im christlichen Glauben und zur regelmäßigen Durchführung von Katechismusexamen erlassen. Jedoch fand dieser Befehl nicht gleich Gehör. Schließlich folgte 1717 Johann Gottfried Lessing, der Vater des berühmten Dichters, dem Ruf aus seiner Vaterstadt, als es um das neu eingerichtete geistliche Amt eines Katecheten und Mittwochspredigers ging. Er schlug vor, die alte Wehrkirche als Katechismus Kirche herzurichten. Das gelang nur, weil mehrere Kamenzer Bürger nach Erlaubnis des Rates selbst aktiv geworden waren.
Die feierliche Einweihung erfolgte am 2. August 1724.
Quelle
Komm und sieh - Kirchen zwischen Königsbrück und Weißenberg; Lusatia Verlag Bautzen, S. 92/93
Dr. Hans-Jochen Kühne: 300 Jahre Katechismuskirche Kamenz - 300 Jahre Johann Gottfried Lessings Katechismus. In: Sächsische Heimatblätter, 71. Jahrgang, Heft 2, 2025, S. 125-128