die Fleischbänke

1843

Aufbau der Fleischbänke

"Als Fleischbänke wurden im Mittelalter die zusammengelegten Verkaufsstände der Fleischhauer bezeichnet. Die Bankform ihrer Verkaufstische gab ihnen den Namen. Waren diese zu Beginn ihres Aufkommens noch als offene Tische im Freien angelegt, so wurden schon sehr bald diese Fleischbänke in Gewölben, meist in den Erdgeschossen der um den Markt stehenden Häuser zusammengefasst", so Portmann.
Im Jahre 1617 soll ein Privileg für die Fleischbänke erteilt worden sein. Vermutlich war darin die Errichtung der Fleischbänke festgehalten.

Die Aufbauarbeiten nach dem Stadtbrand von 1842 gingen rasch voran. Am 12. August 1843 fand die Grundsteinlegung für die Fleischbänke statt. Portmann teilt mit: "Bei der waren zugegen: Herr Bürgermeister Friedrich Gustav Reinhardt, ferner die Herrn Fleischermeister Karl Friedrich Richter (amtierender Ältester), Karl Friedrich Schneider (amtierender Ältester), Karl Friedrich Hesse (Ältester), Karl Friedrich Bulling (wurde erst am 8. August zum Ältesten gewählt), Johann Gottlieb Schneider (abgegangener Ältester), Johann Gottlob Großmann, Karl Friedrich Mierisch, Karl Emanuel Hesse, Gottfried Traugott Richter, Friedrich Ernst Schneider, Johann Gottlieb Werner und Johann Gottlob August Reich.
Außerdem befanden sich noch im Besitz von Fleischbänken oder Schlachtgerechtsamen die Herrn Karl Moritz Baase, Karl Friedrich Lippisch und der unmündige Karl Mierisch.“
So wurden die Fleischbänke an alter Stelle im Renaissancestil neu errichtet - ein zweigeschossiger Bau von 34,77 m Länge und 6,45 m Breite bei einer Traufhöhe von 7,65 m. Das Erdgeschoss zeigt eine regelmäßige Reihung von 17 Feldern. In den Innenbögen sind heute noch die Fleischhaken sichtbar, wo einzelne Fleischstücke angehangen werden.

Die drei, mittig über dem Arkadengang, angebrachten Tierköpfe zeigen die hier verkauften Tiere. Schweine wurden nur außerhalb der Stadtmauern, auf dem sogenannten Saumarkt (Ecke Wallstraße - Bautzner Straße) oder dem Schweinemarkt (Weststraße) gehandelt.

Foto: Fleischbänke mit ehemaliger Garküche.

1924/1925 gaben dann die Fleischer ihre Verkaufsstätten auf.
Erstmals werden Fleischbänke in Kamenz im Jahr 1248 in der Stiftungsurkunde für das Kloster St. Marienstern erwähnt.

Quelle

Dr. Werner Reif: Die älteren Kamenzer Bauten und Kunstdenkmäler. In: Das Buch der Stadt Kamenz. Herausgegeben vom Rat der Stadt Kamenz 1929,
S. 109/110.

Urkunde: Archiv Kloster St. Marienstern

Hermann Knothe: Urkundenbuch der Städte Kamenz und Löbau (Codex diplomaticus Saxoniae Reihe II, Bd. 7), Nr. 4.

Norbert Portmann: Die Fleischbänke zu Kamenz. In: SZ 16.03.2018.

Norbert Portmann: Der 1. Kamenzer Würstelmarkt am 25. März 2018/ 3. Die Fleischbänke in Kamenz.

 

Foto

Postkarte Brück & Sohn
SZ
Thomas Aurich

 

Standort

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