1295

Erzpriestersitz

1295 wird der Kamenzer Pfarrer Heinrich erstmals in einer Urkunde als Erzpriester erwähnt. Mindestens seit 1280 war er ein enger Vertrauter von Bernhard III. von Kamenz, dem späteren Bischof. Der Erzpriester musste die lateinische Sprache beherrschen, denn alle bischöflichen Erlasse waren in Latein verfasst. Auch der amtliche Verkehr mit dem bischöflichen Amt wurde lateinisch geführt.

Die Sedes Kamenz umfasste ein riesiges Territorium. Viele Lausitzer Erzpriestersprengel waren größer als mancher Archidiakonat im Westen, die Erzpriester von Kamenz, Görlitz und Guben hatten Gebiete zu beaufsichtigen, die dem ganzen Bistum Merseburg an Fläche nur wenig nachstanden.
Das die Sedes Kamenz umfassende Territorium zeigt des Siedelwerk der Herren von Kamenz im 13. Jahrhundert auf.
Es ist anzunehmen, dass es zu jener Zeit bereits die Stadtkirche in der neuen, von Bernhard II. von Kamenz gegründeten Stadt gab. Urkundlich ist diese nicht nachweisbar. Jedoch wurden bei Bauarbeiten in St. Marien Fundamente gefunden, die älter als der Bau aus dem 15. Jahrhundert sind.

Quelle

Blaschke, Karlheinz, Haupt, Walther und Heinz Wiessner:  Die Kirchenorganisation in den Bistümern Meißen, Merseburg und Naumburg um 1500. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1969

Hermann Knothe: Die Erzpriester in der Oberlausitz, S. 33 – 44. In: Beiträge zur Kirchengeschichte, Band 2, 1883

Hermann Knothe: Untersuchungen über die Meißner Bistumsmatrikel soweit es die Oberlausitz betrifft. In: Neues Lausitzisches Magazin, Bd.56, S. 278 ff. / Kamenz: S. 285/286.

Hermann Knothe: Urkundenbuch der Städte Kamenz und Löbau (Codex diplomaticus Saxoniae Reihe II, Bd. 7), Nr. 6

Standort

Scroll to top