Frieserei
Der seit dem Ende des 15. Jahrhunderts schwelende Konflikt um städtische Mitspracherechte zwischen dem Rat und den Handwerkern, insbesondere der Bäcker und Fleischer, wurde in Kamenz nach den aufständischen Friesen an der Nordseeküste als „Frieserei“ bezeichnet, da es dabei auch zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kam.
1509 hatten die Handwerker schließlich Erfolg, als sie erstmals mit Valentin Kemmler den Bürgermeister stellten und vier Handwerker im Rat vertreten waren. Damit war der Konflikt jedoch nicht beendet.
1518 beschloss der Rat, den Zuzug in die Stadt zu beschränken. Bürger konnte nur werden, wer ein Leumundszeugnis, eine Geburtsbescheinigung und einen Entlassungsschein seiner Heimatgemeinde vorweisen konnte. Außerdem musste eine Aufnahmegebühr von 24 Schock entrichtet werden. Damit wollte man verhindern, dass einfache Handwerker das Bürgerrecht erwarben.
Schließlich wurde 1525 eine neue Ratsordnung aufgesetzt, in der die Handwerker erneut das Nachsehen hatten.
Urkunden
Quelle
Hermann Knothe: Urkundenbuch der Städte Kamenz und Löbau (Codex diplomaticus Saxoniae Reihe II, Bd. 7), Nr. 214 und 219 .