1854

Garküche zieht um

Mit dem Kauf des Hauses in der Klosterstraße 6 durch Fleischhauermeister Carl Heinrich Mierisch zog die von seinem Vater gepachtete Garküche, die sich neben den Fleischbänken in der Garküchengasse befunden hatte, um.

Hier stellte Carl Heinrich Mierisch anlässlich des Kamenzer Forstfestes im Jahr 1859  auch das erste Kamenzer Würstchen her. Der hohe Anteil an Rindfleisch und natürlich die besondere Rezeptur gaben der echten Kamenzer ihren einzigartigen Geschmack.


Am 22. Juli 1883 übernahm Robert Mierisch von seinem Vater.

Um 1900 wird Heinrich Paul Kunath als Gastwirt genannt. Martha Rosa Camilla Kunath wird als Inhaberin der Garküche genannt. 1910 leiteten "Kunaths Erben" die Gaststätte. Nach Kunaths war bis 1945 Johannes Mierisch der Besitzer. Ihm folgte Charlotte Füllhorn, die die Gaststätte "Zur Garküche" bis in die 50er Jahre betrieb.

Schließlich zog Birgitt Mildner-Spindler Anfang der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts, die das Menü-Feinkost-Geschäft der HO (eine Handelsorganisation der DDR) in der Zwingerstraße von der Treuhand erworben hatte, in die Räume der "alten" Garküche um. Seit ihrer Geschäftsübernahme hieß es "Menü Kamenz".

Sie ging nach 32 Jahren als Inhaberin 2023 in den Ruhestand. Damit ging auch für die Räumlichkeiten in der Klosterstraße 6 die Zeit zu Ende, in der in ihnen einfache Speisen für Jedermann serviert worden waren.

Quelle

Norbert Portmann: Die Geschichte der Garküche und des Hauses Rosa Luxemburg Straße 4. Kamenz 2015.

Norbert Portmann: Einkehrstätten in Kamenz und Umgebung - Ein Streifzug durch die historische Gastronomie. 2016.

Reiner Hanke: Nachfolger fürs Kamenzer Menü gesucht. SZ, 17.01.2023.

 

Foto:

Jürgen Kutter

Matthias Schumann

Standort

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