Friedensglocke schwebt am Kirchturm empor
Es war wieder ein großer Moment in der über vierhundertfünfzigjährigen Geschichte der Kamenzer Hauptkirche St. Marien. Die neuen Friedens- und Christusglocken sowie die instandgesetzte Hilliger-Glocke von 1576 wurden am Dienstag, den 14. April 2026, per Kettenzug in den Glockenturm eingehoben. "Dank Fördermitteln und zahlreichen Spenden konnte die neue Friedensglocke angefertigt werden – ein Symbol der Hoffnung, gegossen aus robustem Eisenhartguss, mit einem Gewicht von rund 700 Kilogramm. Hinzu kommt die sogenannte neue Christusglocke. Die schwerere der beiden Glocken, ebenfalls aus Eisenhartguss, bringt stolze 1.000 Kilogramm auf die Waage. Außerdem konnte noch die ehrwürdige Hilliger-Glocke von 1576 instandgesetzt werden. Sie ist ein wichtiges Herzstück des fünfstimmigen Arsenals. Nach 450 Jahren im Dienst waren die Abnutzungen am Schlagring so massiv, dass eine Sanierung unumgänglich war. ... Nach gründlicher Untersuchung auf Risse und einer behutsamen Strahlung erstrahlt die älteste Glocke der Kirche nun in neuem Glanz – inklusive eines frisch aufgesetzten Schlagrings sowie neuen Mittelöhrs zur Aufhängung", so Ina Förster, die dem Ereignis beiwohnte.

Die Hilliger-Glocke von 1576 wird für den Aufzug vorbereitet
Dem Ereignis vorausgegangen waren umfangreiche Vorbereitungsarbeiten, ausgeführt von regionalen Firmen. So errichteten die Spezialisten Fachbetriebs Gerüstbau Gneuß eine eigens für diesen Zweck konzipierte Sonderrüstung ohne die die Glocken mittels eines massiven Seilzugs nicht sicher in die Höhe hätten gehievt werden können. Hauptverantwortlich koordinierte die Heidenauer Firma Glockenläute- und Elektroanlagen GmbH die Arbeiten. Die Kamenzer Firma A & K Hochbau sanierte das Glockengewölbe und besserte Schäden am Mauerwerk aus, nachdem der alte Metall-Glockenstuhl gewichen war. Doch der neue Glockenstuhl aus massivem Eichenholz benötigt einen stabileren Untergrund. Schließlich konnte das regionale Baugeschäft Müller den neuen Ringanker gießen, der nun die Lasten der schwingenden Glocken sicher abfängt.
Damit die tonnenschweren Glocken sicher in den Glockenraum des Kirchturms gelangten, war Millimeterarbeit gefragt. Bereits um 8 Uhr begannen die Vorbereitungen am Fuße von St. Marien - mit dabei Gemeindemitglieder, Kulturhistoriker und Schaulustige. Gegen 10:30 Uhr war das Werk vollbracht.




Quelle
Förster, Ina: Moment für die Geschichtsbücher: Drei Glocken schweben in Kamenzer Hauptkirche ein. In: SZ, Lokal, 15.04.2026
Fotos:
Carsta Off
SZ
