Klostertor
Dem Franziskanerkloster fehlte ein direkten Zugang zur Stadt. Deshalb kauften die Mönche im Jahr 1518 ein Haus an der Stadtmauer, das sie abrissen. So schufen sie einen Durchgang, das heutige Klostertor.
Im Jahr 1770 wurde das Klostertor mit einem repräsentativen barocken Wohnhaus samt Erker überbaut. Der schmiedeeiserne und zum Teil vergoldete Balkon geht auf Bürgermeister Wilhelm Gottfried Brescius zurück, der das Klostertor 1796 erwarb. In der Mitte des Balkons ist ein „B“ gut zu erkennen. Zum damaligen Zeitpunkt war Brescius noch nicht zum Bürgermeister gewählt worden. Seine erste Amtszeit datiert 1803. Entsprechend der Ratsordnung begleitete er dieses Amt alternierend bis zum Jahr 1826.
Eine Sage erzählt, dass der gespenstische Mönch von Kamenz einst den elenden Untergang der Stadt prophezeite und dies an das Klostertor schrieb. Nur kurze Zeit später brach in Kamenz die Pest 1522 aus. Dazu berichtet die Haberkornsche Chronik:"1522 grassierte sie erneut und hat „viel Volks weggenommen“. Im Jahr 1568 forderte sie mit 250 Todesopfern ungefähr ein Viertel der Einwohnerschaft. Allerdings hatten die letzten die Mönche 1564 das Kloster im Zuge der Reformation verlassen.
Quelle
Caspar Haberkorn: Annalen der Stadt Kamenz (Haberkornsche Chronik). Bearb. und hg. von Lars-Arne Dannenberg (Veröffentlichungen aus dem Stadtarchiv Kamenz; Bd. 2), Görlitz: Verlag Gunter Oettel 2012
Enno Bünz, Sabine Zinsmeyer, Dirk Martin Mütze, Christian Schuffels uns Alexander Sembdner (Hgg.): Sächsisches Klosterbuch - Die mittelalterlichen Klöster, Stifte und Kommenden im Gebiet des Freistaates Sachsen, Leipziger Universitätsverlag 2025
Lessingstadt Kamenz
Broschüre „Sakrale Schätze“ 2012