Kamenzer Nasen
Im August 1620 versammelte der Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen das sächsische Heer vor Stolpen, um in die Oberlausitz einzurücken. Er fordert die Sechsstädte auf, sich zu unterwerfen. Erstes Angriffsziel sollte Kamenz sein. Die Stadt schickte jedoch eine Vertretung zum Kurfürsten und unterwarf sich ihm. Daraufhin zog Johann Georg weiter Richtung Bautzen, das allerdings von seinen Gegnern besetzt war und sich nicht ergab. Nach einer mehrwöchigen Belagerung und einer täglichen Salve von 366 Kanonengeschossen kapitulierte Bautzen schließlich, nachdem ein Brand große Teile der Stadt zerstört hatte. Dieses Schicksal blieb Kamenz erspart, da ihre Nasen das Unheil gewittert hätten. Der in Stolpen weilenden Kurfürsten soll gesagt haben: "Die haben's gerochen!" Seitdem spricht man von den „Kamenzer Nasen“. Dennoch erhielt die Stadt 500 Mann Besatzung.
Vor seinem Einsatz für die Sache des Kaisers hatte sich der sächsische Kurfürst beide Lausitzen als Pfand für seine Kriegsausgaben übergeben lassen.
Quelle
Städtische Sammlungen Kamenz Stadtgeschichte im Malzhaus