Nicht zuletzt durch die Aufwertung als Austragungsort eines Landtags, vor allem aber durch die Not des Dreißigjährigen Krieges, begann Kamenz 1622 eigene Münzen zu prägen, die als Kamenzer Dreier und Pfennige in die Geschichte eingingen. Es handelte sich um Kupfermünzen. Die Dreier haben auf der einen Seite das Wappen der Herren von Kamenz, den Adlerflügel...weiterlesen
Kategorie: 1525 bis 1624
1621
Für Juli 1621 berief der Sächsischen Kurfürst Johann Georg I. einen Landtag nach Kamenz. Erstmals nahmen die Oberlausitzer Stände daran teil, da sich die Oberlausitz nunmehr unter sächsischer Pfandherrschaft befand. Man zog dem Kurfürsten entgegen, überreichte ihm die Stadtschlüssel und geleitete ihn unter dem Geläut der Glocken in die Stadt. Der Landtag begann am 13....weiterlesen
1620
Im August 1620 versammelte der Kurfürst Johann Georg I. von Sachsen das sächsische Heer vor Stolpen, um in die Oberlausitz einzurücken. Er fordert die Sechsstädte auf, sich zu unterwerfen. Erstes Angriffsziel sollte Kamenz sein. Die Stadt schickte jedoch eine Vertretung zum Kurfürsten und unterwarf sich ihm. Daraufhin zog Johann Georg weiter Richtung Bautzen, das allerdings...weiterlesen
1589
Stadtchroniken berichten besonders plastisch vom Alltag der Bewohner, ihren Sorgen und Nöten. Die älteste Kamenzer Stadtchronik stammt aus dem Jahr 1589 aus der Feder des Stadtschreibers Caspar Haberkorn. Dieser hatte dafür die alten Urkunden und Stadtbücher ausgewertet und vor allem auch die jüngeren Ereignisse aus eigener Anschauung ausführlich geschildert.
1585
Die Pest wütet erneut in Kamenz, nachdem sie bereits 1568 250 Todesopfer gefordert hatte. Aber die Pestepedemie von 1585 übertraf alles bisher Dagewesene. Das „grosse Sterben“ fand das ganze Jahr über kein Ende. Selbst eine Ausgangssperre half nicht. Insgesamt 497 Menschen in Kamenz, Bernbruch und Wiesa starben und mussten zuletzt in Massengräbern ihre letzte Ruhe...
1584
Im Jahre 1584 wurde in der Oberlausitz der Gregorianische Kalender eingeführt. Dieser löste den bis dahin benutzten Julianischen Kalender ab, welcher gegenüber der wahren Sonnenzeit um zehn Tage zurücklag. Als die Lausitz nach dem Prager Frieden 1635 an Kursachsen fielen, behielt der Gregorianische Kalender hier seine Gültigkeit. Im übrigen Sachsen hingegen galt noch bis 1700...weiterlesen
1581
Der aus Görlitz stammende Apotheker Johannes Burscher erhält vom Kamenzer Rat das Privileg zum Betreiben einer Apotheke. Zusammen mit dem Stadtphysikus Dr. Johannes Franke entwarf er Gesundheitskonzepte gegen die Pest. Seine Apotheke war "unter dem Rathaus", das heißt, sie gehörte zu den Geschäften, die sich im Erdgeschoß des damaligen Rathauses befanden. Die von Franke empfohlenen...weiterlesen
1581
Dr. Johannes Franke (1545-1617) kommt 1581 von Zerbst nach Kamenz. Dort war er als Stadtphysikus und Leibarzt des Anhaltiner Fürsten Joachim Ernst tätig. Vielleicht als Reaktion auf die vorangegangenen Pestepidemien hatte der städtische Rat mit Dr. Johannes Franke sowohl einen Stadtphysikus, eine Art Amtsarzt bestellt. Sein Jahressold betrug 60 Taler. Zudem erhielt er von der...weiterlesen
1572
Am 3. August 1572 kam es erneut zur Katastrophe, als in der Bautzner Gasse 22, Nachmittag zwischen 2 und 3 Uhr, durch Unachtsamkeit der Frau des Böttchers Jakob Lehmann ein verheerender Brand ausbrach. Trotz eines Verbotes wurde zu ungewöhnlicher Zeit und an heimlichen und verborgenen Winkeln ihres Hauses Branntwein aus Getreide gebrannt. 222 Häuser innerhalb...
1570
Nachdem der letzte der drei verbliebenen Mönche 1567 verstorben war, zog die im lutherischen Sinne organisierte städtische Ratslateinschule vom Archidiakonat (dem späteren Geburtshaus J. G. Lessings) in ein ehemaliges Klostergebäude. Eine historische Zeichnung zeigt das mit Stroh gedeckte, reparaturbedürftige und verfallene Haus, das 1842 dem Stadtbrand zum Opfer fiel. Seit dem Jahr 1570 an bewegt...weiterlesen